Arsten verspielt gegen Hannover eine 20:13-Führung und muss sich mit einem Remis begnügen
Bremen. Thomas Panitz wäre am liebsten im Erdboden versunken. „Ich hätte mich begraben können“, gab der Trainer der Regionalliga-Handballerinnen des TuS Komet Arsten nach dem 32:32 gegen den Hannoverschen SC unverblümt zu. Die Niedersächsinnen hatten knapp sechs Sekunden vor Ultimo mit der siebten Feldspielerin den Ausgleich erzielt, woraufhin der TuS-Coach mit der Grünen Karte zum Zeitnehmertisch stürmte, um eine Auszeit zu beantragen.
Was er in dem Moment nicht mitbekam, war, dass der Ball im Eiltempo zur Schnellen Mitte zu Carla Mattfeld flog, die den Ball direkt auf das noch leere HSC-Tor pfefferte. Bruchteile, bevor der Ball im Netz zappelte, ertönte das Time-out-Signal. „Bis dahin hatte Hannover die Torfrau im Sieben-gegen-sechs immer schnell wieder eingewechselt, nur dieses Mal nicht“, haderte Panitz mit seiner Entscheidung. Nach der taktischen Besprechung kam seine Mannschaft zu keiner nennenswerten Torchance und musste sich mit dem Remis begnügen.
Es war der ärgerliche Schlusspunkt eines unglücklich verlaufenden Spiels, in dem Arsten eine 20:13-Führung aus der Hand gegeben hatte. „Auf einmal haben wir Fehler gemacht und klarste Chancen nicht genutzt. Keine Ahnung, warum“, ließ Panitz das jüngste Heimspiel Revue passieren. „Immerhin hat sich meine Mannschaft trotz des Abwärtstrends im Spiel nicht hängen lassen“, ergänzte er.
Der TuS Komet Arsten startet deshalb mit 3:3 Punkten in die Saison, womit „Panne“ Panitz grundsätzlich zufrieden ist. „Es hätte gerne noch ein Punkt mehr sein können, aber wir sind auf dem richtigen Weg, und mein Team trainiert richtig klasse“, begründete er. Mit Madita Woltemade (26/12 Tore) und Carla Mattfeld (20) rangieren zwei Arster Rückraumspielerinnen in den Top Ten der Liga-Scorerliste. „Sie haben auch das Zeug, dort oben zu bleiben“, ist ihr Trainer überzeugt.
Der Saisonstart gegen den Aufsteiger Handballverein Lüneburg war mit 33:23 eine klare Sache, auch wenn die Gastgeberinnen selbst hier einen 18:11-Pausenvorsprung verspielten und beim 23:20 wieder für Spannung sorgten (45.). Eine temporeiche Schlussoffensive ließ dann nichts anbrennen. Auffälligste Arster Spielerin war Madita Woltemade, die 14-mal erfolgreich war und dabei alle acht Siebenmeter erfolgreich verwandelte. „Ihre Nervenstärke beim Strafwurf war beeindruckend. Acht von acht macht man nicht alle Tage“, zog Thomas Panitz vor der tadellosen Quote den Hut.
Im Gastspiel beim TuS Jahn Hollenstedt hielt Arsten bis zum 24:25 von Johanna Beuße die Tuchfühlung (55.), ehe Hollenstedt über 28:24 einen 30:27-Erfolg eintütete. „Wir haben vorne gegen die offensive Abwehr ein paar falsche Entscheidungen getroffen, kämpferisch kann ich meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen“, blickte Thomas Panitz zurück.
Seine Mannschaft nimmt in der Tabelle den siebten Platz ein und ist mit jeweils dreistelligen Besucherzahlen bei den Heimspielen zufrieden. „Es ist toll, was das‚ Team hinter dem Team‘ an Arbeit leistet, um die Halle zu füllen. Mit einem stimmungsvollen Publikum macht das Spielen viel mehr Spaß“, lobte Panitz.
Die jungen Neuzugänge Anastassija Legostaev und Vanessa Skoric (Panitz: „Sie braucht noch etwas Zeit“) haben sich gut ins Team eingefügt. „Die Nachfolger unserer Kreisläuferin Ann-Kathrin Abbes stehen in den Startlöchern“, sagte Thomas Panitz. Die A-Jugendliche Vivien da Cruz schaffte es gegen Lüneburg auf den Spielbericht. „Sie ist ein tolles Talent, trainiert zweimal die Woche bei uns mit und soll, wenn es passt, auch ein paar Spielanteile bekommen“, so der Coach. Mit den Duellen in Friedrichsfehn, daheim gegen Garrel und Oyten sowie in Altencelle steht seinem Team nun ein knackiges Programm bevor.
Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 24.09.2026.

