Warum die Regionalliga-Handballerinnen von Komet Arsten zufrieden in die Herbstpause gehen

Bremen. Wenn der TuS Komet Arsten im Derby der Handball-Regionalliga der Frauen auf den TV Oyten trifft, brennt die Luft. Rund 180 Zuschauer waren gekommen, um ihre Farben zu unterstützen – eine gute Kulisse für ein Match am späten Mittwochabend.

Die Spielerinnen auf beiden Seiten wollten sich den Nachbarschaftskampf sowieso nicht entgehen lassen. Erst recht nicht die Arster Rückraumschützin Carla Mattfeld, obwohl bei ihr kürzlich ein Cut am Kinn mit ein paar Stichen genäht wurde. Das breite Schutzpflaster über der maladen Stelle war weithin sichtbar. Ihr Trainer Thomas Panitz staunte derweil nicht schlecht: „Bei mir waren alle Spielerinnen dabei, das hatte ich in dieser Saison noch nie.“ Sein Herz hüpfte noch mehr vor Freude, als sein Team den 36:25-Heimsieg einfuhr. „Das war eine geile Mannschaftsleistung“, lobte der Coach.

Zumal sich bis auf eine Ausnahme alle seine Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintragen konnten. Im ersten Durchgang war das Derby eine knappe Angelegenheit, weil die Gastgeberinnen vor allem große Probleme mit der TVO-Rückraumspielerin Sarah Kennerth hatten, die nach einer Verletzungspause wieder bei den Niedersächsinnen mitwirkte. Acht ihrer zehn Tore erzielte die Linkshänderin vor dem Halbzeitpfiff. Arsten hielt im Angriff in der Breite dagegen. Mal waren es das Tempo oder die fulminanten Treffer von Carla Mattfeld in den Torwinkel, dann das Eins-gegen-eins von Jantje Uhlenberg gegen die TVO-Deckung oder die Lufthoheit der Linkshänderin Madita Woltemade gegen ihren Ex-Klub. Im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl bewies Rechtsaußen Janna Meyer bei ihrem kuriosen Gegenstoßtor zum 14:13, als sie einen etwas zu optimistisch weit nach vorne geworfenen Ball ihrer Torfrau Marina Lehmann mit den Fingerkuppen gerade noch ins TVO-Netz umlenken konnte.

Nach der 19:16-Pausenführung ließ die Arster Verteidigung nur noch neun Gegentreffer zu und machte ab dem 22:19-Vorsprung per 6:0-Lauf zum 28:19 frühzeitig alles klar. Zehn Minuten vor Ultimo durfte die 18-jährige Vanessa Skoric ran und verbuchte mit vier Treffern aus vier Versuchen eine tadellose Bilanz. „Da ich Asthma habe, ist es für mich eigentlich schwer, kalt von der Bank ins Spiel zu kommen“, verriet die Kreisläuferin. „Für mich fühlt es sich so an, als ob der Bann gebrochen ist“, kommentierte der junge Zugang dieser Saison seine ersten Regionalligatore. „Sie hat gezeigt, was sie kann“, urteilte ihr Coach zufrieden.

Die drei anderen Partien der Arsterinnen rund um das Derby glichen einer Achterbahnfahrt. Sie begann mit der deftigen 23:40-Klatsche beim Tabellenzweiten SG Friedrichsfehn/Petersfehn, bei der zwei TuS-Spielerinnen im ohnehin nicht üppig bestückten Rückraum fehlten. „Wir haben uns da fertigmachen lassen“, kritisierte „Panne“ Panitz, ergänzte aber auch: „Lieber einmal mit 17 Toren verlieren als fünfmal mit einem.“

Im folgenden Heimspiel gegen den Vorjahresvizemeister BV Garrel drohte gleich das nächste Fiasko. „Die sind oberstes Regal, also musst du etwas ausprobieren“, erklärte der Arster Coach, weshalb er zur offensiven 4:2-Deckung mit zum Teil hohem, gleichzeitigem Pressing auf die BVG-Halbangreiferinnen griff. Das hatte er mit seinem Team bis dato weder trainiert noch gespielt. Trotzdem verunsicherten seine Spielerinnen damit die Gäste und sackten einen 29:24-Heimsieg ein. „Wir waren von ‚Pannes‘ Idee sehr überrascht, aber er weiß, was er tut. Und es war ja auch ein voller Erfolg“, sagte Jantje Uhlenberg. „Gegen so eine Truppe musst du das erst einmal hinkriegen“, war ihr Trainer damit erst recht zufrieden.

Drei Tage nach dem Derbysieg gegen Oyten musste er mit mehrfachem Ersatz beim Meisterschaftsaspiranten SV Altencelle antreten und wurde vom aktuellen Spitzenreiter mit 14:40 gnadenlos ausgeknockt. Mit 7:7 Punkten geht der TuS Komet Arsten als Tabellensechster in die Herbstpause. „Damit sind wir voll im Soll“, bilanzierte Thomas Panitz zufrieden.

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 12.10.2026.