Thomas Panitz dürfte in der Regionalliga der Frauen ein Unikat sein. Er gibt auf der Bank des TuS Komet Arsten den Ton an, besitzt aber keine Trainerlizenz. Da diese jedoch in der Spitzenklasse des Verbandes Niedersachsen-Bremen erforderlich ist, wird sie von Arstens Spielmacherin Laura Gatzka beigesteuert.
„Ich hatte in meinen 19 Jahren als Trainer noch nie eine Lizenz, den Aufwand dafür möchte ich auch nicht mehr betreiben“, sagt der 53-Jährige, der früher unter anderem die Regionalligamänner des ATSV Habenhausen gecoacht hat. Sein Arbeitsnachweis kann sich in Arsten auch ohne Lizenz sehen lassen. „Panne“, so sein Spitzname, hat die Kometinnen übernommen, als sie in der Oberliga mit Ach und Krach den Klassenerhalt geschafft hatten, und beförderte sie mit dem Aufstieg in die eingleisige Top-Liga sofort in die nächste Umlaufbahn.
Das Regionalliga-Premierenjahr schloss Arsten überraschend auf dem sechsten Platz ab, jetzt geht’s am 6. September daheim gegen den HV Lüneburg in die zweite, oft schwierigere Saison. Das Ziel ähnelt dabei dem des Vorjahres. Panitz: „Der sechste Platz ist schwer zu toppen. Wir wollen möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen und dann mal gucken, was passiert.“
Die gute Chemie zwischen dem gebürtigen Rostocker und seinen Spielerinnen scheint ein Teil des Erfolgsrezepts zu sein. Der andere ist das junge Team (Durchschnittsalter rund 23 Jahre) selbst, das einiges an Potenzial und Qualität aufweist. Da wären zum Beispiel mit Carla Mattfeld (links, 114/3 Tore) und Madita Woltemade (rechts, 135/25) die Torgarantinnen im Rückraum, die in der Vorsaison zu den zehn besten Topscorerinnen der Liga zählten. Dreistellig traf auch die Rechtsaußen Janna Meyer (109/41). Trotzdem erzielte die Abteilung Attacke nur die zweitwenigsten Treffer der Liga.
Das Manko bügelte Arsten mit seinem Prunkstück, der Abwehr, aus, in deren Innenblock Ann-Kathrin Abbes und Routinierin Woltemade den Verbund zusammenhalten. Dahinter steht mit Merle Theilig gleich das nächste Bollwerk. „Sie ist für mich eine der stärksten Torfrauen der Liga“, ist ihr Trainer überzeugt. Er hat die Spielgeschwindigkeit seines Teams noch mal erhöht, den Rest soll die Heimstärke richten.
Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 29.08.2026.


