Arsten ist bereit für das Derby
Notfalls wird bis zum 30. Juni gespielt

Handballerinnen des ATSV Habenhausen siegen im Landesliga-Stadtderby mit 28:22 bei Komet Arsten

Bremen. Bis etwa zur 17. Minute setzten die Handballerinnen des TuS Komet Arsten die Vorgaben von Trainer Malte Rogoll für das Spitzenspiel in der Landesliga Nord gegen Tabellenführer ATSV Habenhausen geradezu vorbildhaft um. Aggressiv in der Deckung und mit der nötigen Konsequenz im Torabschluss führten die Gastgeberinnen um ihre beste Werferin Janna Meyer (sechs Tore/drei Siebenmeter) mit drei Toren (9:6) und brachten Gäste-Trainer Lars Röwer mehrfach zum Kochen. „Wir waren überrascht, dass hier mit Backe gespielt wird“, erklärte Röwer, „vielleicht hat auch das dazu geführt, dass wir nur schwer in das Spiel gefunden haben.“ Doch nachdem sich diese ersten Irritationen gelegt hatten, übernahmen die Gäste mit zunehmender Spieldauer das Kommando – und untermauerten mit dem 28:22 (14:11)-Auswärtssieg in eindrucksvoller Manier die Tabellenführung.

Während sich bei den Gastgeberinnen ab Mitte der ersten Hälfte viele technische Fehler einschlichen, zeigten die Spitzenreiterinnen ein immer flüssigeres Spiel und ließen Ball und Gegnerinnen laufen. „Auf einmal waren wir im Kopf und unseren Entscheidungen nicht mehr klar genug“, versuchte sich TuS-Trainer Malte Rogoll an einer Erklärung für den plötzlichen Leistungsabfall seiner Mannschaft. „Unser größtes Problem war aber heute vor allen Dingen die Chancenverwertung“, analysierte Rogoll, „außerdem waren wir viel zu statisch im Angriff.“

Auf der Gegenseite bewegten sich die Gäste immer besser, mit und ohne Ball rissen sie wiederholt Löcher in die TuS-Abwehr und nutzten ihre Chancen konsequent. Knapp fünf Minuten vor der Pause ging der ATSV schließlich in Führung (11:10/25.) und gab diese bis zur Schlusssirene nicht mehr her. „Wir haben bis zum Schluss voll durch gezogen“, lobte Lars Röwer die Einstellung seiner Spielerinnen. „Dieser Erfolg gibt uns weiteres Selbstvertrauen.“

Bei den Gastgeberinnen, die als derzeit Tabellenzweiter ebenfalls gut in die Saison gestartet waren, herrschte nach Spielschluss dagegen Tristesse. Binnen weniger Minuten nach Beginn der zweiten Spielhälfte bauten die Gäste den Vorsprung auf sechs Tore aus (18:12/35.) und trieben nun den TuS-Trainer zur Verzweiflung. „Wir haben zu viele Fehlwürfe gehabt“, haderte Malte Rogoll, „und haben in der Abwehr keinen Zugriff mehr bekommen.“ Auch die hohe Fehlerquote im Spielaufbau trieb Rogoll die Zornesfalten auf die Stirn: „Das können wir viel besser, leider waren wir in vielen Situationen unerklärlicherweise viel zu nervös.“

Die Gäste dagegen wurden immer sicherer und präsentierten sich als geschlossene Einheit. Im Defensivverbund vor den beiden starken Torfrauen Charline Bergen und Lisa Marie Zumpe unterstützten sich die Spielerinnen vorbildlich und kauften der TuS-Offensive mit aggressiver Deckung und körperbetontem Spiel zunehmend den Schneid ab.

Allerdings honorierten die Schiedsrichter diese Spielweise zum wiederholten Ärger des ATSV-Trainers mit Zeitstrafen und Strafwürfen gegen sein Team. „Ich kann nicht verstehen“, machte Lars Röwer seinem Ärger über zahlreiche Entscheidungen der Referees Luft, „warum der Verband für ein solches Spitzenspiel zwei eher unerfahrene Schiedsrichter ansetzt.“

Auch Malte Rogoll hätte sich eine glücklichere Ansetzung für das hart geführte Nachbarschaftsduell gewünscht: „Sie haben sich mit ihren schnellen gelben Karten und frühen Zeitstrafen selbst unter Druck gesetzt“, kritisierte Rogoll  mit Blick auf die Unparteiischen – wollte diesen Umstand allerdings betont nicht als Begründung für die Niederlage verstanden wissen. „Das haben wir schon selbst verbockt“, erklärte Rogoll, „und darüber werden wir in den nächsten Trainingseinheiten auch intensiv sprechen müssen.“

Trotz des Erfolges hatte auch Lars Röwer noch viel Luft nach oben bei seinen Spielerinnen wahrgenommen. „In deinigen Phasen haben wir Arsten noch einmal unnötig stark gemacht und sie heran kommen lassen“, konkretisierte der Trainer, „das können und müssen wir in den nächsten Spielen deutlich souveräner zu Ende spielen, nur dann werden wir das Ziel Aufstieg auch erreichen.“

  TuS Komet Arsten: Rieger, Willig; Kahle, Lange, Warschewski, Zurkuhle, Segieth (1), Meinke (2), Albers (2/1), Lampe (2), Abbes (2), Meierhöfer (3), Schütte (4), Meyer (6/3).

ATSV Habenhausen: Bergen, Zumpe; Stegemann, Stephan, Brandt (1), Buschmann (1), Galletti (1), Langer (2), Schade (1), Sünkenberg (2), Warfelmann (3), Rathmann (5), Petersen (6), Burwinkel (6).

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 29.11.2021.

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