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Nachwuchs-Handballerin Merle Theilig wünscht sich nicht nur im Sport ein Leben zurück wie vor der Pandemie

Bremen. Über Silvester war Merle Theilig mit ihrer Familie zum Ski laufen in Norwegen. „ Man hatte das Gefühl, dass man endlich wieder zur Normalität zurückkehrt“, erinnert sich die 16-Jährige nur allzu gern an den Höhepunkt in den zurück liegenden Monaten. In den letzten beiden Jahren hatten es Jugendliche und Kinder besonders schwer, die Covid-19-Pandemie ließ ihnen so gut wie keine Freiheiten, von einem normalen Leben mit Schule, Sport und Freunden war auch Merle Theilig meilenweit entfernt.

Jetzt hofft die Schülerin der elften Klasse an der Sportbetonten Schule an der Ronzelenstraße, dass sie in den kommenden Wochen sowohl ihre Schule besuchen als auch ihren Lieblingssport wieder zu 100 Prozent ausüben kann. „Der Distanzunterricht ist auf die Dauer schon sehr anstrengend“, verdeutlicht die angehende Abiturientin, „ich bin aber sehr optimistisch, dass wir die Pandemie in diesem Jahr soweit in den Griff bekommen, dass wir wieder mehr unternehmen können.“

Das Treffen mit Freunden oder dem Rest der Familie war in der jüngeren Vergangenheit nur eingeschränkt möglich, noch härter traf es Merle Theilig allerdings, dass sie ihrem Lieblingssport nicht nachgehen konnte. Seit frühester Kindheit ist sie in der Handballabteilung des TuS Komet Arsten aktiv, derzeit steht sie im Tor der weiblichen B-Jugend, die momentan die Oberliga West souverän anführt. Zudem hat es die Schülerin auch in den erweiterten Kader der Jugendnationalmannschaft im Beachhandball geschafft, „Im Sommer steht dort die Weltmeisterschaft in Griechenland an. „Ich hoffe, dass ich dort noch einmal eine Chance bekomme“, erklärt Merle Theilig.

Im April nimmt sie – Stand heute jedenfalls – mit der TuS-Beachhandball-Mannschaft „Ohana“ an einem Turnier in Italien teil, allerdings bei den Erwachsenen. „Mit unserer Beachmannschaft werden wir auch an der GBO-Serie der Damen teilnehmen“, erläutert die ambitionierte Spielerin, „obwohl wir noch in der Jugend an den Start gehen könnten.“ Ziel sei es, sich für die deutschen Meisterschaften im Beachhandball zu qualifizieren, die im August ausgetragen werden sollen. „Ich hoffe, dass Corona uns keinen Strich durch die Rechnung bei all diesen Events macht“, sagt die Schülerin, die – ebenso wie zahlreiche Kinder und Jugendliche – in den vergangenen Monaten zahlreiche Enttäuschungen hatte hinnehmen müssen.

In der Jugend-Oberliga hat sich Merle Theilig für dieses Jahr gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen ein ehrgeiziges, aber dennoch realistisches Ziel gesetzt: „Wir wollen Meister werden und uns damit für die Verbands-Meisterschaften qualifizieren, die voraussichtlich am ersten April-Wochenende stattfinden. Dann hoffen wir natürlich, den Titel zu holen“, sagt sie. Als aktueller Tabellenführer kann sich der TuS Komet Arsten derzeit durchaus berechtigte Hoffnungen machen, an den Meisterschaften teilzunehmen. Neun Siege aus bislang neun Spielen sprechen für sich, mit knapp 16 Gegentoren pro Spiel belegt die talentierte Torfrau in dieser Statistik ebenfalls Platz eins.

Auch aufgrund dieser Leistungen war Merle Theilig auch dabei, als Arstens weibliche A-Jugend die Qualifikation für die
Bundesliga gelang. „Es war natürlich schon ein Highlight, als B-Jugendliche die Nummer eins im Tor in der A-Jugend-Bundesliga
gewesen zu sein“, erinnert sie sich gerne
an dieses Abenteuer zurück, „die Quali-Spiele und auch die drei Spiele selber haben mega viel Spaß gemacht.“ Auch hier hat sich die ehrgeizige Sportlerin für dieses Jahr viel vorgenommen: „Mein Ziel ist es natürlich, mit dem TuS Komet Arsten wieder in der Bundesliga zu spielen“, sagt sie selbstbewusst.

In ihren Sport investiert Merle Theilig viel Zeit, daneben bleiben der Schülerin nur wenige Gelegenheiten für andere Dinge. Mit ihrem einjährigem Australian Shepherd „Hicks“ geht sie häufig spazieren und kümmert sich um dessen Wohlbefinden. Das hatte sie ihrem Vater Per versprochen, der ihr den Hund geschenkt hatte, nachdem er bei einem Privatsender ein Koch-Duell gewonnen hatte. „Zwischen Handball und Schule bleibt leider wenig Zeit für andere Dinge“, sagt Merle Theilig, die gerade die elfte Klasse absolviert und an ihrer Schule zudem noch vier Mal in der Woche am Kadertraining teilnimmt. Damit ist sie quasi jeden Tag mit einem Handball in der Hand zu sehen, sehr zur Freude ihrer Eltern, die seit vielen Jahren als Trainer beim TuS Komet Arsten aktiv sind – und die Tochter in der B-Jugend-Oberliga trainieren.

Für das Schuljahr 2022 hofft Merle Theilig außerdem auf einen guten Start in die neue Klasse, da die Noten aus der nun zwölften Klasse in die Leistungen zum Abitur einfließen werden, das sie für 2024 anstrebt. „Ich hoffe, dass uns die Pandemie bei all diesen Vorhaben nicht zu sehr belastet“, wünscht sich Merle Theilig am meisten von dem neuen Jahr. „Unsere ganze Familie ist geboostert“, sagt sie, „und keiner in meiner Familie ist bis jetzt an Corona erkrankt.“ Und auch  in ihrem Team habe sich bislang noch keine Spielerin mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert, führt Merle Theilig aus. „Daumen drücken, dass es auch so bleibt“, bleibt der 16-Jährigen letztlich allerdings nur die Hoffnung, dass 2022 auch tatsächlich ihr Jahr werden könnte.

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 11.02.2022.

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