Herr Panitz, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg. TuS Komet Arsten in der Regionalliga, das hört sich gut an…
Thomas Panitz: Vielen Dank. Das hört sich nicht nur gut, sondern sogar fantastisch an, zumal damit überhaupt nicht zu rechen war. Immerhin hat die Mannschaft im Jahr zuvor ja noch gegen den Abstieg gespielt und ist nur auf Platz elf gelandet. Man muss aber schon zugeben, dass die Liga durch die Einführung der Regionalliga nicht mehr so stark besetzt war, wie noch im Vorjahr. Fast die Hälfte der Klubs hat die damalige Oberliga Nordsee ja nach oben verlassen.
Nachdem das erste Heimspiel gegen den HV Lüneburg noch mit 21:26 verloren wurde, hatte Ihr Team einen echten Lauf. Es folgten sechs Siege in Folge, darunter im Ammerland ein 35:28 beim späteren Meister SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn. Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Zunächst muss ich erwähnen, dass ich ja lange mit einer Zusage gezögert habe, als der damalige Vorstand in Person von Marco Koschade und Torsten Uhlenberg auf mich zugekommen ist. Nachdem ich mir zwei Spiele angesehen hatte, war ich immer noch nicht überzeugt. Ein Schnuppertraining hat bei mir zum Umdenken geführt. Dann hat es gepasst.
Warum?
Die Spielerinnen haben Änderungen schnell angenommen und ich konnte mein Konzept durchbringen. Bis zur Verletzung unserer Spielmacherin Laura Gatzka im vorletzten Spiel der Hinrunde bei der SG Neuenhaus/Uelsen haben wir eine klasse Serie gespielt, danach hat der Spielfluss etwas gelitten. Mit Nathalie Meinke und Emily Hübner hatten wir zwischendurch weitere Ausfälle zu beklagen. Am meisten hat mich beeindruckt, wie die Mannschaft die personellen Rückschläge als Kollektiv gemeistert hat. Carla Mattfeld (105 Saisontore, Anm. der Redaktion) ist immer besser in die Rolle von Laura hineingewachsen.
Letztlich wurde der TuS Komet Arsten mit zwei Zählern Rückstand auf SG Friedrichsfehn Vizemeister. Das Relegationsspiel gegen den Zweiten der Oberliga Süd blieb Ihnen erspart …
Wir waren tatsächlich alle erleichtert, als die Nachricht vom Verband kam, dass der Northeimer HC auf den Aufstieg verzichtet. Man weiß ja nie, was in solchen Spielen alles passiert. Northeim hat in eigener Halle nur gegen den Südmeister MTV Rosdorf mit einem Tor Unterschied verloren. Das wäre keine einfache Aufgabe geworden.
Werfen wir einen Blick auf das Personal. Emily und Annika Hübner wollen kürzertreten und haben den TuS verlassen. Beide laufen zukünftig für den Lokalrivalen ATSV Habenhausen in der Verbandsliga auf. Bei der Suche nach Verstärkungen sind Sie im Kreis Verden fündig geworden. Madita Woltemade und Johanna Beuße kommen vom TV Oyten.
Richtig. Auf der Liste der Abgänge könnte noch Caroline Beuermann dazukommen. Caroline hat sich in Osnabrück und Bielefeld für einen Studienplatz beworben. Erhält sie dort eine Zusage, dann wird sie den TuS wohl verlassen.
Darf man Linkshänderin Madita Woltemade als Königstransfer bezeichnen?
Das kann man schon so nennen. Schließlich bringt Madita viel Erfahrungen mit. Sie hat in Oyten ja bereits in der 3. Liga und Regionalliga gespielt. Mit ihr, Felina Stehmeier und Janna Meyer ist unsere rechte Seite mit drei Linkshänderinnen stark aufgestellt. Überhaupt hat Janna Meyer (84 Tore in 20 Spielen, Anm. der Redaktion) – wie auch der Rest der Truppe – eine tolle Entwicklung genommen. Bis ich das Traineramt übernommen habe, hat sie nur auf Rechtsaußen gespielt. Wir haben uns dann darauf verständigt, dass sie es auch im Rückraum probiert, was super funktioniert hat.
Die Saison 2024/2025 ist seit über zwei Monaten Geschichte. Das letzte Spiel war am 10. Mai. Haben Sie bereits mit der Vorbereitung begonnen?
Nein, tatsächlich gestaltet sich die Planung schwierig. In Arsten wird Beachhandball großgeschrieben. Unsere Spielerinnen starten in zwei Mannschaften und sind an den Wochenenden in ganz Deutschland auf Turnieren unterwegs. Ende Juli steht im Sand dann auch noch die Deutsche Meisterschaft in Cuxhaven an. Wir steigen Mitte Juli in die Vorbereitung ein, bisher ist auch erst ein Testspiel terminiert. Die HSG Heidmark kommt Ende des Monats zu uns. Im August fehlen uns dann noch einmal urlaubsbedingt einige Spielerinnen. Den Auftakt beim TV Oyten am ersten Septemberwochenende würden wir gerne verschieben. Ich bin mit meinem Kollegen Thomas Cordes in Kontakt. Ich hoffe, dass wir einen freien Termin finden.
Das Gespräch führte Jürgen Prütt.
ZUR PERSON
Thomas Panitz (52)
hat in der Vergangenheit bereits die Männer des ATSV Habenhausen, TSV Daverden und der SG Bremen-Ost trainiert. Der TuS Komet Arsten ist seine erste Station im Damenhandball.
Geschrieben von Jürgen Prütt, veröffentlicht im Weser Kurier am 14.07.2025